OpenStreetMap erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Weltkarte, die nach dem Wiki-Prinzip verwaltet wird, bietet nicht nur freies Kartenmaterial an, sondern zählt aufgrund seiner zahlreichen Mitwirkenden auch zu den aktuellsten derzeit verfügbaren Datensätzen.
Doch die Nutzung dieser Daten in anderen Anwendungen gestaltet sich unter Umständen als schwierig, da die Daten nur in ungewöhnlichen Formaten exportierbar sind und deshalb nicht einfach in andere Anwendungen integrierbar sind.
Um OSM-Daten in beispielsweise einem Desktop-GIS weiterverwenden zu können, müssen die Daten momenten zunächst aus dem proprietären OSM-Format in standardkonforme beziehungsweise deFacto-Standardkonforme Formate (z.B. GML oder Shapefiles) umgewandelt werden. Statt sie z.B. mit XSLT zu transformieren, könnte man die Daten auch unmittelbar verwenden, wenn diese über einen Web Feature Service (WFS) bereit gestellt würden und im GML-Format ohne Umwege in ein GIS importiert werden könnten.
Ebenso können OSM-Karten nicht einfach in einem browser-basierten Client, wie OpenLayers, dargestellt werden. Prinzipiell ist das zwar möglich, indem man eine zusätzliche JavaScript-Bibliothek verwendet. Es ginge aber auch einfacher, wenn man die Daten über einen Web Map Service (WMS)- oder Web Feature Service (WFS) integrieren könnte. Darüber hinaus bestünde dann sogar die Möglichkeit, die Visualisierung an eigene Anforderungen anzupassen, indem man mittels Styled Layer Descriptor (SLD) Visualisierungsregeln an einen Map Service übermittelt.
Natürlich sind die hier aufgeführten Beispiele keine essenziellen Einschränkungen für die Funktion von OpenStreetMap. Aber die Bereitstellung von OSM-Daten über OGC-konforme Webservices würde nicht nur die Art und Weise der Datennutzung vereinfachen, sondern auch deren Reichweite erheblich erhöhen.
Projekte wie der OpenLS Route Service zeigen eindrucksvoll, welche Möglichkeiten für Daten- und Serviceintegration durch den konsequenten Einsatz von Standards entstehen.
Und gerade weil OpenStreetMap ein Paradebeispiel für die Übertragung des Open Source-Gedankens auf die Welt geographischer Daten ist, und somit insbesondere für Offenheit steht, könnte das Projekt auch dazu dienen, für die Vorteile der Nutzung von Standards zu werben.

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